Donnerstag, 28. Juli 2016

Im Royal-Copenhagen-Himmel!

Da geht man nichtsahnend auf eine 
Geburtstagsfeier, unterhält sich mit dem, mit der, 
mit denen. Und dann unvermittelt eine Frage:
"Du, Anni, hast du vielleicht Interesse an 
einem Teil meines Porzellans?"


Meine Antwort: 
"Oh Gott Nein! Ich hab die Schränke voll!"

"Ach, wie schade. Ich würde so gerne etwas 
abgeben, bevor ich aus meinem Haus 
ausziehe. In der neuen Wohnung ist gar nicht so 
viel Platz für all den Tüddelkram, der sich so 
über die Jahre angesammelt hat. Und du 
möchtest wirklich nichts?"


Da ich ja ein höflicher Mensch bin, aber 
keinesfalls aus Neugier, meine bescheidene Frage:
"Was willst du denn los werden?"

"Ich möchte mich gern von dem Service 
von Herend trennen."


Ich: 
"Also ehrlich gesagt, 
das mag ich gar nicht so gerne!"

Mein Gegenüber:" Und was sagst du zu 
den großen Schalen und Terrinen von Limoges?"



Allmählich weiss ich nicht 
mehr, was ich sagen soll.
"Ähh, weisst du, das passt irgendwie nicht so 
zu uns. Und wie gesagt, ich hab ja eigentlich 
auch wirklich schon soooo viel Geschirr."



Mein Gegenüber lässt sich nicht beirren 
und fährt fort. Diverse Dinge werden aufgezählt - 
ich höre gar nicht mehr richtig zu und 
schüttel nur von Zeit zu Zeit den Kopf.

Dann plötzlich werde ich hellwach!

"Was hast du da eben gesagt?"

"Ich hatte dich gefragt, ob du denn vielleicht 
etwas mit Geschirr von Royal Copenhagen 
anfangen kannst !"


Na, und ob!

Schnell verabreden wir uns, damit ich 
die Sammlung mal in Augenschein nehmen kann.

Für mich ein paar bange Tage, denn es gibt 
auch durchaus einiges von Royal Copenhagen, 
was ich nicht so gerne mag.



Dann ist es Mittwoch. Der große Tag.
Pünktlich um 10 Uhr schlag ich bei der 
mir genannten Adresse auf. 
Man führt mich ins Wohnzimmer, zeigt auf 
den großen Vitrinenschrank, und ich kann 
mein Glück kaum fassen. 
Royal Copenhagen. 
Musselmalet. 
Ein Traum.


Aber es sind auch ein paar Teile dabei, 
die ich nicht gebrauchen kann. Nein, höre 
ich unseren Freund sagen, ich verkaufe 
es nur so. Komplett. Dann nennt er den Preis.

Kurze Rücksprache mit meinem Mann, 
dann fange ich auch schon an, 
die Teile einzeln einzupacken.
Eine Rolle Papier und Kartons hatte 
ich zufällig im Auto.
*lach*


Nach ein paar Tassen Kaffee, etlichen lustigen 
Geschichten und bei wunderschöner Musik 
ist endlich alles eingepackt und im Auto verstaut. 
Die Nachbarin grüßt freundlich, hätte aber 
wohl zu gerne gewusst, was ich da 
aus dem Haus getragen habe. ;-)

Zuhause eingetroffen habe ich dann alles 
wieder ausgewickelt und jedes Teil 
(mit der Hand) abgewaschen. 
Am Vormittag hatte ich schon allem, was 
sonst hinter meinen Glastüren im Schrank steht, 
einen neuen Platz gegeben.

Fertig.
Glücklich.


Und ich kann euch sagen:
Ein echtes Schnäppchen!!!

Das weiß auch unser Freund, aber als ich mit 
dem Geschirr losfuhr sagte er zu mir:
"Meine verstorbene Frau und ich haben 
jahrelang gesammelt. Meine Kinder wollten es 
nicht haben. Ich bin überglücklich, dass es 
jetzt in so guten Händen ist!


Ich werde gut drauf aufpassen.
Versprochen!